SharePoint 2010 – Was gibts neues für Anwender, Entwickler und Administratoren?

Microsoft SharePoint Foundation 2010 und Microsoft SharePoint Server 2010
Neue Leistungsmerkmale für ANWENDER:


SharePoint Ribbon wie in Office

Das aus Office bekannte kontext sensitive Ribbon Menu wurde konsequent eingeführt. Das Ribbon kann man bei Bedarf auch kundenspezifisch erweitern. Neu ist unter dem Ribbon eine Statuszeile, die zum Anzeigen von zusätzlichen Informationen dienen kann.

Inhaltsänderungen direkt auf der Seite – WYSIWYG

Der etwas gewöhnungsbedürftige bisherige Editor ist Vergangenheit. Jetzt wird direkt auf der Seite editiert – WYSIWYG. Das gilt auch für das Einfügen von Webparts etc. Besonders der direkte Bild-Upload gestaltet sich viel einfacher.

Web 2.0 für die Zusammenarbeit im Unternehmen: Enterprise Wikies, Kategorien, Rating, Ranking, Inhaltsverzeichnisse

Wikies wurden erheblich aufgewertet und sind sehr einfach zu handhaben, zu editieren und zu verlinken.  Für die veröffentlichung wird das bereits bekannte SharePoint Publishing Framework verwendet. Kategorien können aus der zentral verwalteten Taxonomie kommen und eine zusätzliche Navigation bilden. Eine neue, zentrale Rating-Engine ermöglicht die Bewertung von Dokumenten und Listenelementen. Die Ratings werden auf Farm-Level verwaltet und können innerhalb einer Site Collection über Features aktiviert werden. Bei der Aktivierung des Features werden in der jeweiligen Dokumentenbibliothek die notwendigen Spalten für das Rating erstellt und das Control für das Rating aktiviert – sogar in den einzelnen Ansichten. Inhaltsverzeichnisse können über das stark verbesserte Content Query Web Part gebildet werden.

Von der Zusammenarbeit zum Wissensmanagement: Taxonomie und Metadaten Management, Content Organizer, Content Type Hub , Content Type Syndication 

In Sachen Metadaten und Content Typen hat sich einiges geändert. Die Taxonomie einer SharePoint-Plattform (ihre inhaltliche Gliederung) wird durch einen neuen Dienst (Metadata Management Service) zentral verwaltet. Die dort abgebildete Informationsstruktur kann vom Anwender für eine vollständig Metadaten-gesteuerte Navigation genutzt werden. Damit stehen dem Anwender zusätzlich zur redaktionellen seitenbasierten Navigation weitere Zugriffsmöglichkeiten (Navigationsebenen) auf die Dokumente und Listenelemente zur Verfügung. Die Dokumente und Items können – unabhängig vom Ort der Ablage – je nach Taxonomie beispielsweise entsprechend einer Organisationsstruktur nach Abteilungen, nach Leistungen und Produkten, nach Kunden oder auch geografisch nach Vertriebsgebieten zugegriffen werden. Ein Content Organizer ermöglicht das Routing von Dokumenten entsprechend ihrer Metadaten. Content Types können endlich auf Farm Level übergreifend definiert werden. Content Types können jetzt firmenweit in einem Content Type Hub verwaltet werden. Damit fällt der Schritt von der Zusammenarbeit in SharePoint hin zum Wissensmanagement deutlich leichter.

Dokumente besser verwalten mit Document Sets, Mehrfachauswahl, Taxonomie, Rating, Unique Document Identifier

Dokumente können in SharePoint nun im Document Center besser verwaltet werden. Document Sets ermöglichen die themenbezogene Zusammenstellung von unterschiedlichen Dokumenten in einem einheitlichen Repository, auch mit unabhängigen Einstiegsbereichen, der durch den Anwender angepasst werden können. Bei der Zusammenstellung hilft die nun mögliche Mehrfachauswahl von Dokumenten. Dokumente können ebenfalls über die neue Rating-Engine bewertet werden.
Alle Dokumente können nun endlich über eine eindeutige ID, dem Unique Document Identifier angesprochen werden, nicht nur über den aktuellen Pfad. Dies ermöglicht eine deuerhafte Verlinkung, auch wenn das Dokumente inzwischen verschoben wurde. Leider wurde dieses sehr nützliche Feature nicht gleich in allen Elementen wie SiteCollections, Sites und Lists eingeführt.

Lookups und Beziehungen: Listen mit referenzieller Integrität

Wer häufig mit Nachschlagen (Lookup) in andere Listen arbeitet, hat sich schon lange die bei Datenbanken übliche referentielle Integrität gewünscht. Dies ist jetzt in Ansätzen möglich.
Das SharePoint Lookup Feld erlaubt es nun, über einen ID auf ein Item in einer anderen Liste zu verlinken und dort ein weiteres Feld auszulesen und anzuzeigen. Lookup Felder können nun Relationships zu erzwingen. das Löschen von Items, die in anderen Listen verwendet werden, kann verwehrt werden. Auch kaskadiertes Löschen ist nun möglich.

Fremddaten besser einbinden mit den Business Connectivity Services (BCS) und external Content Types

Der einigermaßen kompliziert zu verwendende Business Data Katalog (BDC) wurde verbessert und heißt jetzt Business Connectivity Services (BCS). Spannend vor allem die „External List". Eine External List sieht in etwa aus wie eine übliche SharePoint Liste, die Daten kommen aber aus einer externen Datenquelle. Damit können möglicherweise größere Datenmengen in SharePoint angezeigt werden. BCS ist unter bestimmten Voraussetzungen und mit etwas Konfiguration auch bi-direktional verwendbar, d.h. es kann nicht nur aus externen Datenquellen gelesen werden, sondern auch ein zurückschreiben von Änderungen ist grundsätzlich möglich. Eine OfflineVerfügbarkeit in Outlook wird ebenfalls unterstützt. Programmierer können beim Zugriff auf die externen Daten mit sogenannten External Content Types arbeiten.
Ähnliche Funktionalitäten zur Verbindung von SharePoint Listen mit externen Daten werden bisher für MOSS 2007 bzw. WSS 3.0 nur in Form von SharePoint Erweiterung, z.B. dem  Business Data List Connector, angeboten.

Neue Workflow Möglichkeiten im SharePoint Designer mit Visio

Neue Workflow-Features gibt es im SharePoint Designer. Die Workflow Engine selbst wurde noch nicht (wie eigentlich erwartet) ausgetauscht. Workflows können jetzt aus dem SharePoint Designer nach Visual Studio exportiert und dort weiter bearbeitet werden. Visualisiert werden die Workflows mit Visio – sogar interaktiv.

Stark verbesserte Suche mit Fast Search: Suchvorschläge, Facetted Search, Related Search,

SharePoint 2010 enthält noch immer die verglichen mit MOSS 2007 etwas erweiterte interne Search Engine. Die zugekaufte FAST Lösung ist wohl noch nicht komplett in SharePoint 2010 integriert. FAST bietet jedoch mehr Möglichkeiten in der Suche, u.a. Thumbnailing, Previews, Searchrefinement, Sorting, Similarity Search, Multiple Relevance Ranking, MetaData Search. Die Nutzung erfolgt in Form von WebParts, die die Integration der FAST Search Engine in SharePoint Seiten ermöglichen. Je nach lizenzierter Edition gibts dann z.B. Suchvorschläge direkt in der Searchbox, Facetted Search, Related Searches, Federated Search, eine verbesserte Personensuche sowie bessere Unterstützung für Mehrsprachigkeit.

Microsoft SharePoint Foundation 2010 und Microsoft SharePoint Server 2010
Neue Leistungsmerkmale für ENTWICKLER:

Einfachere SharePoint Entwicklung mit Visual Studio 2010: Neue erweiterbare SharePoint Projekttypen und Items

Es werden zahlreiche neue Projekt Templates bereitgestellt, darunter Empty SharePoint Project,Visual Web Part, Sequential Workflow, State Machine, Workflow, Business Data Connectivity, Model, Event Receiver, List Definition, Content Type, Module, Site Definition, Import Reusable Workflow, Import SharePoint Solution (WSP) Package. Dazu kommen Item Templates wie Web Part, Workflow Association Form, Workflow Instantiation Form, Application Page, List Definition from Content Type, List Instance, Empty Element und User Control. Über eine API können die Visual Studio Templates erweitert werden.

SharePoint Entwicklung ohne Server: Windows 7 und Windows Vista Operation System Support

Jetzt kann auf Windows 7 und Windows Vista Clients entwickelt und anschliessend auf einen Server deployed werden. Die Clients müssen allerdings auch 64 bit sein.

Entwickeln im Team: Team Foundation Server 2010 Integration

Die neuen SharePoint Templates in Visual Studio 2010 funktionieren auch mit dem Team Foundation Server 2010.

Wird immer besser: SharePoint Designer 2010

Die Navigation hat nun stärker die Sitearchitektur im Fokus und ist nicht mehr so stark auf HTML/CSS ausgerichtet. Ein Developer Dashboard liefert Informationen über die Site, in der gearbeitet wird. Zusammen mit Visio können Workflows entwickelt werden. Diese "reusable Workflows" können nach Visual Studio exportiert werden. Den Problemen, die bisher durch die Arbeit mit dem Designer auf dem Server entstehen konnten, versucht Microsoft mit granulareren Zugriffsrechten zu begegnen. Jetzt kann der SharePoint Designer auch für administrative Arbeiten eingesetzt werden, z.B. zur Vergabe von Berechtigungen.

Mehr Möglichkeiten am Client mit Ajax

Über Ajax und viel JavaScript kann ein Client Object Model angesprochen werden, das über Web Services mit dem Server Objekt Modell interagiert und so den direkten Datenzugriff ermöglicht.

Schnelle Dialoge durch SharePoint 2010 Dialog Framework

Um zu lange Wartezeiten beim Laden der Seiten zu vermeiden, hat Microsoft das SharePoint 2010 Dialog Framework bereitgestellt. Es verwendet AJAX und partielle Aktualisierungen der Seiten. Die Dialoge bauen auf einer eigenen MasterPage auf und sind somit leicht anzupassen. Ein Dialgog wird dann als „Overlay" über die aktuelle Seite gelegt.

CAML ist tot – es lebe LINQ

LINQ kann nun auch für die Abfrage von Listen und Dokumentenbibliotheken verwendet werden. Damit gibt es keine Notwendigkeit mehr, mit CAML zu arbeiten. Formatiert wird bevorzugt mit XHTML.

SharePoint Client Programmierung mit .NET: Silverlight WebPart

Um komplexe Anwendungsteile zu entwickeln, die mit XHTML schwer oder nicht erstellbar sind, bietet Microsoft das Silverlight WebPart an. Man kann eine Silverlight Application (.XAP) entwickeln und auf den Server deployen. Dann wird einfach ein Silverlight WebPart einer Seite hinzugefügt , für den man nur konfiguriert, wo die .XAP Datei liegt. So einfach? Hoffentlich!

Microsoft SharePoint Foundation 2010 und Microsoft SharePoint Server 2010
Neue Leistungsmerkmale für ADMINISTRATOREN:

SharePoint 2010 per Skript verwalten: Windows PowerShell Snap-ins und Commands

Windows PowerShell ist das neue Kommandozeilen Interface für Administratoren. PowerShell ist eine Script Sprache, vergleichbar den UNIX Scripts. PowerShell löst die stsadm-Befehle für SharePoint ab, diese können jedoch weiter verwendet werden. Es stehen hunderte von Befehlen zur Verfügung und man kann damit richtig ernsthaft programmieren.

SharePoint 2010 Backup und Restore

Hier gibt es deutlich mehr Möglichkeiten: Angefangen von einer ganzen Farm, über die Configuration einer Farm, Applications, SiteCollections, Sites bis hinunter auf Listenebene – enfalls über die Powershell. Endlich können neben Site Collections auch Sites und Listen gesichert bzw. wiederhergestellt werden – übrigens auch ohne SharePoint direkt aus einer Datenbank. 

SharePoint SSP wird Shared Service Applications

Die verschiedensten Service Applications können nun getrennt auf einem Application Server laufen. Diese Services, z.B. für Search, MetaData, UserProfile usw. , können zu sogenannten Service Application Proxies gruppiert werden. Jede SP Application kann dann auf einen Service Application Proxy zugreifen. Damit kann in grossen Farmen viel granularer auf die Bedürfnisse einzelner Anwendungen eingegangen werden.

Mehr Sicherheit mit Sandboxed Solutions beim Hosting

Sandboxed Solutions sind komplett neu in SharePoint. Es geht darum, eigene Anwendungen ohne größere administrative Rechte und Zugriffe auf den Server zu deployen. In der sicheren Sandbox steht dann nicht der volle API-Umfang zur Verfügung. Die Neuerung zielt vor allem auf Hosting-Umgebungen, nicht zuletzt wohl auch auf Microsofts eigene Angebote in der "Wolke". Auch für SharePoint Online kann jetzt in diesem Rahmen jetzt eigener Code abgearbeitet werden.

Flexibleres Hosting und Multi-tenancy Architektur mit Site Subscriptions

Die Daten unterschiedlicher Mandanten (Tenants) sollen besser getrennt werden können (Data Partitioning). Die verschiedenen getrennten Parteien  können jedoch dieselbe Applikation nutzen.

Claims-based Authentication in SharePoint 2010

SharePoint 2010 unterstützt nun Claims-based Authentication.

Für viele und grosse Dokumente in SharePoint 2010: Remote Blob Storage (RBS)

RBS bietet die Möglichkeit, grosse Datenmengen nicht in SharePoint Listen/Libraries zu halten, sondern ausserhalb der Datenbank im Filesystem. Damit bleibt die Datenbank von handhabbarer Größe.

Sharepoint Monitoring

Die Monitoring Möglichkeiten von SharePoint 2010 sind ganz erheblich ausgebaut worden.

mehr Infos zu Sharepoint 2010 und was man schon jetzt für eine reibungslose Migration tun kann, finden Sie hier:
http://www.layer2.de/de/leistungen/SharePoint-2010/Seiten/Migration-Update-Beratung.aspx

This entry was posted in SharePoint 2010. Bookmark the permalink.

One Response to SharePoint 2010 – Was gibts neues für Anwender, Entwickler und Administratoren?

  1. Tiffiny says:

    Excellent web site. A lot of helpful info here.
    I’m sending it to a few friends ans also sharing in delicious. And certainly, thank you to your sweat!

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s